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Schön verfahren zum Muir Beach

Muir Beach

Auf dem Tagesplan stand der Muir National Park. Mammutbäume anschauen. Die Erwartung an unfassbar großen, breiten und hohen Bäumen war entsprechend groß. Draußen herrschte angenehme Wärme, trotzdessen man sie nicht innerhalb des Apartments bemerkte. Denn dort war die einzige Wärmequelle mein Fön. Diesen verwendete ich als Heizung unter der Decke, um keine kalten Füße zu haben. Der Rest der Wohnung war im Basement ziemlich kühl. Der Gedanke an Strand und Meer war dabei völlig entfernt. Gegen Mittag ging es los zum Muir Beach Woods National Park…

Der Weg mit Meeresblick

Der Weg zum Muir National Park führte wieder über die Golden Gate Bridge in Richtung Sausalito auf dem Highway 101. Die Landschaft ist geprägt von Bergen auf der linken Seite und Meer auf der rechten Seite. Der Blick über das Meer auf einzelne Wohnhäuser, die auf Bergen saßen war wirklich sehr schön. Dazu noch Sonnenschein, Boote und Möwen. Die Fahrt war mal wieder das erste Highlight, wenn man sich nur die Gegend anschauen wollte. Die Häuser auf den Bergen am Wasser reichten von einfachen Holzhäusern bis zu ziemlich großen Villen. Das eigentlich wertvolle am Grundstück wird wohl der Ausblick aufs Meer sein. Wir fuhren an Sausalito vorbei und bogen auf den 1 Shoreway Highway ab. Kleine enge Kurven durch wäldliches Gebiet mit kleinen Auffahrten oder Straßen zu abgelgenen Häusern versehen. Sehr schöne Straße, wenn auch stark befahren an dem Tag.

Panoramic Highway

Falsch abgebogen

Nach ein paar Kurven und Ausblicke auf das Tal spaltete sich die Straße plötzlich auf. Rechts abfahren oder geradeaus? Ich überhörte das Navi und fuhr einfach geradeaus, da mir die Abfahrt etwas seltsam vorkam. Und da war sie: Die Gewissheit falsch gefahren zu sein, denn das Navi machte sich bemerkbar. Umkehren ausgeschlossen, da Straße nur eine Spur in jede Richtung hatte und nur noch bergab ging. Direkt an den Bergen rechts entlang. In der Hoffnung irgendwo weiter unten umdrehen zu können fuhr ich also weiter. Die Landschaft war mal wieder grandios und ich liebe es an den Bergen entlang zu fahren, da man dann einen sehr guten Ausblick hat.

Der Ausblick offenbarte nach ein paar Kurven in etwas Entfernung das Meer. Und die Straße führte genau darauf zu. Schön verfahren kann man da nur sagen. Etwas ungeplant ging es also zum Strand und das war im Nachhinein wirklich ein sehr guter Zufall. Wir landeten also beim Muir Beach. Der erste Strandbesuch in Kalifornien. Der Parkplatz war ziemlich voll, aber kostenlos. Menschen mit Surfbrettern oder Strandausrüstung schlenderten die kleine Holzbrücke entlang in Richtung Strand. Es war super windig, aber trotzdem angenehm.

Muir Beach

California Feeling am Muir Beach

Der Strand war inmitten zweier Berge. Links und rechts die Klippen. Auch am Strand direkt und im Wasser waren ein paar Felsen. Einige konnte man erklimmen. Die Menschen am Strand lagen in der Sonne, machten Lagerfeuer, ließen Drachen steigen, bauten Sandburgen oder spielten mit ihren Hunden. Ein paar Leute versuchten auch zu surfen. Die Wellen waren jedoch nicht sonderlich stark. Links am Strand sind ein paar Felsen zum erklimmen. Dort setzte ich mich einige Zeit nieder und habe einfach nur den Ausblick und das Meer genossen. Das Wasser umspülte meinen Felsen. California Feeling. Gefühl von Freiheit. Dort hätte ich tatsächlich ewig sitzen können.

Muir Beach Erkundung

Ich wollte jedoch den restlichen Strand erkunden und lief zur anderen Seite des Strandes, solange die anderen Beiden mit Fotos und Selfies schießen beschäftigt waren. Eine Frau spielte mit ihrem Hund und warf den Ball immer wieder ins Wasser. Figuren aus Stein standen auf Felsen. Eine Sandburg mit dem Schriftzug Muir stand unzerstörbar vom starken Wind in der Mitte des Strandes. Kinder liefen zum Wasser und rannten kreischend zurück, als die Kälte ihre Füße berührte. Ein Mann kam zu mir mit einer Krabbe, die er mit einer Muschel festhielt und meinte man findet sie am anderen Ende des Strandes. Die Krabbe lebte noch. Ich wollte auch welche finden.

Auf Krabbensuche

Der Wind peitschte wirklich sehr stark über den Muir Beach und am Boden sah man sogar wie der Sand leicht über den Boden flog. Über ein paar Felsen geklettert. Dahinter erstreckte sich ein weiterer kleiner Teil des Strandes, der etwas abgelegner war und entsprechend ruhig und wenig besucht war. Einige Häuser auf den Klippen hatten direkten Zugang zum Strand. Wenn das kein schöner Ort zum Wohnen ist. Ganz am Ende an der großen Klippe gab es noch ein paar kleine Steine und Felsen im Wasser und die waren so ziemlich der letzte mögliche Punkt, überhaupt noch Krabben zu finden. Ich hatte bis dahin alles abgesucht. Vergeblich. Niemand war dort weit und breit. Ich fand die ersten Krabben. Versteckt unter Steinen und im Wasser. Sie waren ziemlich schüchtern. Aber doch sehr groß. Für die Suche ist auch einiges an Zeit vergangen und an dem Tag sollte es ja eigentlich zu den Muir Woods gehen im Muir National Park. Ich machte machte mich auf den Weg zurück zum Auto.

Muir Beach Krabbe

Muir Woods National Park

Recht spät ging es also endlich in Richtung Muir Woods. Die Berge wieder hochgefahren und diesmal auch richtig abgebogen auf den Panoramic Highway. Und allein dieser brachte eine wunderschöne Aussicht über die Berge runter zur Küste. Bei klarem Blick könnte man eventuell sogar noch ein Teil von San Francisco sehen. Panoramic View war auf jeden Fall gegeben. Drohnenflug über das Land und weiter ging es. Vom Panoramic Highway führt die Muir Woods Road direkt runter zum Parkeingang. Je tiefer man ins Tal fuhr, umso dunkler wurde es, da die hohen Bäume direkt das Sonnenlicht blockierten.

Panoramic Highway View

Am Parkeingang gibt es ebenfalls einen kleinen Parkplatz, welcher recht gut gefüllt war. Parkgebühren musste man wieder nicht zahlen. Eintrittsgebühren gab es ebenfalls nicht. Es gibt auch Busse, die direkt zum Park fahren, falls man nicht mit dem Auto kommt. Der Wald ist unglaublich ruhig und man wird aufgefordert seine „Forest Voice“ zu verwenden, um es still zu halten. 1908 wurde der Park zum nationalen Denkmal von Präsident Roosevelt erklärt. Im Park selbst gibt es einige speziell angelegte Holzwege, die man nicht verlassen darf, als auch geteerte Rundwege zum Wandern.

Wanderwege im Muir Woods Park

WanderzielEntfernung RundwanderungUngefähre Zeit Rundwanderung
Bohemian Grove800 Meter30 Minuten
Cathedral Grove1,6 Kilometer1 Stunde
Hillside Trail3,2 Kilometer1 1/2 Stunden

In der Bohemian Grove und Cathedral Grove stehen die größten Küstenmammutbäume. Der dickste Baum ist über 4 Meter dick und der höchste Baum ist etwa 79 Meter hoch. Gigantisch im Vergleich zu den Bäumen in Deutschland. Einige der Bäume sind über 1000 Jahre alt.
Am Visitor Center am Parkeingang kann man sich auch über die Geschichte des Parks informieren. Außerdem gibt es dort ein Cafe und Souvenirshop. Da der Wald recht schattig ist, sollte man auf jeden Fall etwas wärmere Kleidung anziehen. Hin und wieder begnete man anderen Wanderern. Durch die vielen Wege hat sich das gut zerstreut.

Muir Woods Eingang

Zurück nach Hause

Wir liefen durch den Park bis es recht dunkel wurde und fuhren dann zurück nach San Francisco. Noch ein letztes mal über die Golden Gate Bridge. Der Ausflug hat sich gelohnt an dem Tag und falls du einen Tagestrip zum Muir National Park machst, mache auf jeden Fall auch einen kleinen Abstecher zum Beach.

Vlog zum Muir Beach und Muir Woods

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